FRANKFURTER BÜNDNIS FÜR MEHR PERSONAL IM KRANKENHAUS

24.06.2022 | Gesundheitspolitik

Nicht erst seit der Pandemie wissen wir um den Pflegemangel und die schlechten Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Krankenhäusern. Die Ökonomisierung nimmt seit Einführung der Abrechnung durch Fallpauschalen immer weiter zu und auch die öffentlichen und gemeinnützigen Kliniken konkurrieren mittlerweile mit den großen privaten Klinikkonzernen um Patient:innen und somit Fallzahlen. Auch immer mehr Praxisgemeinschaften werden privatisiert. In immer mehr Teilen des Gesundheitssystems steht der Profit mittlerweile in Konkurrenz mit dem Patient:innenwohl. Gespart wird häufig am Personal, obwohl wir wissen, dass ein niedriger Personalschlüssel mit höherer Morbidität und Letalität (Krankheit und Todesfälle) der zu versorgenden Patient:innen eingeht und weniger Personal zu häufigeren Fehlern und Komplikationen führt.

 

Am 24.7. sind wir als Teil des Frankfurter Bündnisses für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in den Kliniken mit ver.di und vielen linken Gruppierungen vor der Uniklinik Frankfurt und in einem Demozug zum DGB-Haus für die Beschäftigten und eine bessere Patient:innenversorgung auf die Straße gegangen. Die Forderungen sind dem Klinikvorstand übergeben worden – nun wollen wir auch politischen und gesellschaftlichen Druck aufbauen endlich das Klinikpersonal zu entlasten und somit eine gute Patient:innenversorgung zu gewährleisten. Die Uniklinik ist nicht nur eine wichtige Säule der breiten und spezialisierten Patient:innenversorgung, sondern muss mit einer guten Ausbildung des medizinischen Nachwuchses und einer gemeinnützigen Forschung weitere Teile der öffentlichen Daseinsvorsorge erfüllen.

 

Mehr von uns ist besser für alle!

 

Dieses Bündnis hat sich Rahmen der Verhandlungen für einen Tarifvertrag Entlastung der Uniklinik Frankfurt gegründet, um auf die Bedeutung von guten Arbeitsbedingungen, nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Patient:innenversorgung, also potenziell für uns alle, die Bürger:innen in Frankfurt und Umgebung, hinzuweisen. Deshalb erhoffen wir uns nicht nur Druck aus Gewerkschaft und Politik, sondern auch aus der Mitte der Gesellschaft. Außerdem sollen sich die Forderungen nach mehr Personal und besseren Arbeitsbedingungen perspektivisch auch auf alle Kliniken in Frankfurt und Umgebung ausweiten. Hierzu haben Xenia Ebner und Michael Altmann eine AG Krankenhäuser gegründet, die die einzelnen Kliniken in ihrem Kampf miteinander vernetzen soll.

 

In Berlin, Mainz und aktuell in Nordrhein-Westfalen, wo der Streik weiter anhält, sehen wir, was ein gut organisierter und vernetzter Arbeitskampf bewirken kann. Wir solidarisieren uns mit dem NotrufNRW und kämpfen genau wie die Kolleg:innen auch in Frankfurt weiter für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in den Kliniken – kämpft mit uns!

 

Bericht der Frankfurter Rundschau über die Demonstration

 

Link zum Bündnis „Mehr von uns ist besser für alle!“